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Besuch der Freiheitsstatue mit Aufstieg zur Krone (Crown visit)

Eines unserer New York Tagesziele war der Besuch der Miss Liberty inklusive dem Aufstieg zur Krone. Nachdem ja nur sehr wenige Tickets pro Tag dafür zur Verfügung stehen, empfiehlt es sich, recht weit im Voraus zu buchen. Der Aufpreis ist gering, die Chancen allerdings auch.

Endlich war es soweit! Nachdem wir ja schon einiges besichtigt haben in den letzten fünf Tagen, ging es früh morgens mit der Subway zum Battery Park. Dort standen wir erst mal Schlange am Ticketschalter. Mit der online-Bestätigung wurden uns dann die Tickets gegeben. Da wir genügend Zeit eingeplant hatten wegen der Sicherheitsprüfungen, bevor man überhaupt auf seine Fähre gelangt, blieb uns nach dem raschen Erhalt Zeit, um in einen nahe gelegenen Starbucks zu frühstücken. Dort unterhielten wir uns auch mitleidig über die armen, teils amerikanischen Touristen, die nicht solch ein Glück hatten, mehr als 300 Treppenstufen steigen zu dürfen, um den grandiosen Blick von der Krone aus zu erleben.

Krone©Yvonne Heldic

Nur so zum Scherz, aber auch zu unserem Glück, überlegten wir uns, für wieviel Geld wir unsere Tickets denn abgeben würden….und betrachteten da so das Ticket, um festzustellen, dass unsere Namen ja eingedruckt waren. Ein Geistesblitz, ob wir denn ohne Identifikation damit weiterkommen, auch wenn wir es ohne jegliche Identifikation ausgehändigt bekamen. Schnell ausgetrunken und zurück zu Ticketschalter; mal dezent mit “ganz wichtig und eilig” recht deutsch vorgedrängelt und dann auf ganz genaues fragen, endlich ein “oh, well, yes, didn’t I mention before?” von der Angestellten zu erhalten.

Panik erfasste uns bei dem Blick auf die Uhr – 35 Minuten bis zur Abfahrt der Fähre. Unsere Fotokreditkarten sind zwar das angegebende Mittel gewesen, die Tickets zu erhalten, aber nicht genug, um an Bord zu gelangen. Echt super, diese genauen Hinweise, nach denen man fragen muss. Die Zeit drängte, also sprinteten wir wie verrückt durch den Battery Park zur Straße, um ein Taxi zu ergattern. Gar nicht so einfach zur rushhour, aber zwei Hartnäckige ohne Zeit schoben sich einfach in die Straße. In Rekordzeit zu unserem Hotel in der Nähe des Times Square gebracht, flitzten wir los zum Lift und mussten warten. Ein Treppenmarsch in den 32. Stock war undenkbar! Dann endlich hatten wir unsere Pässe, stürmten wir auch schon zurück auf die Straße. Ein freies Taxi war weit und breit nicht zu sehen. Einige ungehobelte Vordrängeleien wie in einem amerikanischen Film war unser Auftreten entsprechend, um ein Taxi zu erobern. Der Fahrer gab dann auch mächtig Gas, um uns so nahe wie möglich am Battery Park rauszulassen. Nochmals 15 $ losgeworden, sprinteten wir direkt zur Fähre und war die letzten in der Reihe. Die Überfahrt dauerte wenigstens so lange, dass wir uns wieder beruhigen konnten.

Auf dem Stern angekommen, konnten wir schon wieder ein bisschen lachen. Wir mussten dort verschiedene Kennungen abholen, da wir ja auch Crown Visitors waren. Entgegen der Hinweise auf deren Homepage konnte man nicht mal ein Minitäschchen mit haben auf dem Weg zur Krone. Also hieß es, alles Wichtige in den Hosentaschen zu verstauen. Und dann kam die härteste Entscheidung: meine wertvolle teuere Kamera ohne jeden Schutz mitnehmen oder einsperren und nur die Kleine mitnehmen?!?! Während des zweimaligen Schlangestehens dort für die endgültige Sicherheitsprüfung hatte ich 15 min. Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Auch der Balkon, der eine tolle Höhe hat fürs Fotografieren, war nicht wieder zu besteigen. Schweren Herzens entschied ich mich für die kleine Kamera; vor allem beim Betrachten, welch alte Leute da in unserer Aufstiegsgruppe waren. So stabil sahen die nicht aus, und ein Rempler von denen…Es gibt genügend Schließfächer, um seine Sachen zu verstauen; natürlich mit Fingerabdruck zu bedienen.

Wendeltreppe©Yvonne Heldic

Im Fuße der Miss Liberty angekommen, trugen wir uns erst mal in die Liste für den Aufstieg ein. Der Haufen Senioren weckte zwiespältige Gefühle in uns: hoffentlich klappt keiner zusammen, denn es gibt ja nur eine Wendeltreppe; hoffentlich passen die Beleibteren durch. Denn rechts und links von den Stufen sind unflexibler Wände. Und dann war da eine ganz anderer elementare Sorge: hoffentlich machen wir nicht eher schlapp als die alten Herrschaften; das wäre wirklich peinlich!

Der Aufstieg ging ohne gedrängt zu werden gemütlich nach oben; es blieb genug Zeit, um die Innenseite der kupfernen Freiheitsstatue zu bestaunen. Auch von innen mit all den Streben und Nietungen ein schöner Anblick.
Wir hatten übrigens um die 100 extra Treppenstufen zu erklimmen, da der Lift zum Sockel außer Betrieb war. Wenn’s dicke kommt, dann halt richtig.

In der Krone angekommen zu sein, war wirklich den Aufstieg wert. Ein unglaubliches Gefühl dort oben zu sein. Der Blick aus den Fenstern ist zwar hauptsächlich gen Ozean gerichtet, aber man auch einiges von der Skyline sehen. Aber für mich war die Nähe zur Außenhülle der Freiheitsstatue interessanter. So nah an ihrer Fackel oder auch dem Arm mit Buch zu sein. Alles so genau in Augenschein zu nehmen, hatte schon was. Auch konnte man durch einige nach unten gekippte Fensterluken tolle Fotos schießen.

Blick von der Krone©Yvonne Heldic

Die Aufenthaltszeit dort oben ist eigentlich nicht limitiert. Man kann sich alles in Ruhe anschauen, bestaunen und fotografieren.
Nach etwa einer halben Stunde ging es dann wieder treppab. Dann genossen wir auf den Sockelbalkon die tollen Ausblicke in jede Richtung. Erst dann fing unser Foto-shooting an. Schade war‘s es dann doch, nur die kleine Kamera zu haben.

Zurück am Schließfach durfte ich feststellen, das es nicht kostenlos ist und zeitliche Beschränkungen hat. Also erst mal ein paar $  von Touristen geliehen, die auf ein freies Fach warteten. Gleich nach der Leerung habe ich zurückgezahlt und die hatten dann ein Fach. Wenn man es nicht so praktisch lösen kann, muss man zur Security, die dann aufsperren und dort zahlen. So geht es aber unkomplizierter.

Der Bummel um die Statue herum ist recht menschengedrängt. Die Insel mit Freiheitsstatue ist ein Nationalpark, deswegen setzten viel Leute einfach so über mit der Fähre. Das gilt ja als Stadtausflug und Spaziergang.
Deswegen hielten wir uns eine Etage höher auf. Dort waren wir so frech, einfach auf dem breiten Steinsims zu klettern, um coole Fotos der Freiheitsstatue zu machen ohne allzu viele fallende Linien.
Obligatorisch machten wir natürlich auch unten die Runde.

Am Sockel©Yvonne Heldic

Als Abschluss setzten wir dann über nach Ellis Island. Dort herrschte so ein grauenhaftes Gedränge von Menschen, die alle auf der Suche nach irgendwelchen Vorfahren waren. Also reihten wir uns gleich wieder in die Schlange zur Abfahrt ein.

Die Rückfahrt kann man sehr genießen. Der Blick auf die noch ganz nahe Freiheitsstatue, bei uns natürlich immer mit Blick zur Krone, konnte man recht lange genießen. Dann heißt es sich um zusetzten, um die immer näher kommende Skyline zu genießen. Da auch der Sonnenuntergang einsetzte, war es gerade zu unmöglich, nicht ständig auf den Auslöser zu drücken, um das Farbenspiel zu dokumentieren.

Alles in allem, war es ein sehr gelungener Tag. Die Freiheitsstatue ist eigentlich das Highlight. So schön das Rockefeller Center oder das Empire State Building auch sind, so beeindruckend ist dieser historische Ort mit Miss Liberty. Selbst mal zu sehen, was so viel Menschen nach einer strapaziösen Reise von langer Zeit als erstes sahen, ist schon bewegend.

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