Irland recipes

Dublin, Guinness und Umgebung

wobei Guinness der Lebensretter war!
Die kulinarischen Highlights lassen sich nur schwer finden; am ehesten noch in Kaufhaus-Restaurants oder dem Kneipenviertel. Da hat es sich eher um Hungerstillen gehandelt, aber trotz allem war der Fünf-TageAufenthalt in Dublin toll.
Überall lassen sich B & B oder kleine Pensionen finden, in denen man gut nächtigen kann. Ich fand mein Zuhause inkl. Bar gleich nach dem Parnell Monument. So gemütlich das Hotel auch war und die Zimmer erstaunlich geräumig, desto unangenehmer war aus eigener Erfahrung zu wissen, dass eine Menge Generalschlüssel als Gästeschlüssel unterwegs waren, sodass man die eigene Türe blockieren musste, um spät nachts vor nicht von Fremden in eigenem Zimmer belagert zu werden.
So zurückhaltend die Iren bei Tag sind, abends in gemütlicher Runde im Pub sind sie schrecklich aufdringlich gewesen, sodass man als Frau nur in einer Meute unterwegs sein sollte. Aber je später der Abend, desto besser die Laune, die Musik lauter und so ließ es sich dann mit der irischen Ausgehkultur doch arrangieren.

Dublin bei Nacht©flickr/Ian Wilson

Dublin selbst ist super zu Fuß zu bewältigen und die Straßenbahn- und Busverbindungen sind auch gut und günstig.
Schön breit fließt der Liffey durch Dublin und wird gleich von zwei Brücken mit demselben Namen überspannt, der O’Connell Brigde; also heißt es, sich genau zu verabreden. Auf dem Fluss selbst war nicht so viel los, denn bei Flut passt kein Boot unter die Brücken und bei Ebbe ist das Wasser zu niedrig für Boote. Dafür boomt das Leben am Ufer des Flusses, der Dublin in das reichere Süden und den ärmeren Norden teilt. Das ist gerade jetzt so ein bisschen am verwischen, aber der Unterschied ist immer noch zu erkennen.

Da das Wetter damals im April schon sehr warm und sonnig war, war die Entscheidung, einen Tag im Phoenix Park und Zoo zu verbringen, genau richtig. Die Gelände sind schön weitläufig und der Zoo wirklich sehenswert. In Dublin ist steht das Nachttierhaus kein bisschen dem des Londoner Zoos nach, ist aber definitiv weniger überfüllt mit Besuchern.

Ein besonderes Highlight war das Orang-Utan-Baby, das mit Zoomitarbeitern unterwegs war und von Auge in Auge anzugucken war. Ich durfte auch mal kurz streicheln, da gerade nicht viel los war.
Für den Rückweg ging ich Richtung Guinness Brauerei, die ich aber an diesem Tag nicht mehr besichtigte, dafür aber den Chimney Viewing Tower. Der alte Schornstein einer Brennerei hat noch zwei Etagen aus Glas und Stahl aufgesetzt bekommen und nun hat man einen tollen 360° Blick über Dublin. An diesem ausklingenden Tag besonders toll, da es klar war und schon Sonnenuntergangszeit. Die Fenster sind auch gut geputzt, sodass das Fotografieren Spaß machte.

Sonnenaufgang©flickr/Cullion

Dublin ist auch als Shopping-Stadt durchaus einen Besuch wert, das durfte ich feststellen, als ich ein zweites Gepäckstück kaufen musste 😉
Auch verborgene Schätze gibt es im Zentrum zu entdecken wie die vielen Gemälde in General Post Office. Fast wie im Museum und dazu noch die Schaltereinrichtung wie in alten Zeiten. Und kaum verlässt man das Gebäude, erlebt man eine Zeitreise, die mit dem fragenden Blick zum Spire of Dublin aufsieht. Und noch immer bin ich mir nicht schlüssig, ob ich das120 Meter hohe Ungetüm mag oder gar nicht. An der Basis 3 Meter Durchmesser, verdünnt sich die Spitze auf 15 cm. Auch die bunte Beleuchtung in der Nacht ist gewöhnungsbedürftig. Gut als Orientierungspunkt jedoch, wenn man von wer weiß wo abends zurück ins Hotel will.
Das mittelalterliche Dublin Castle ist auch sehenswert und wirklich weitläufig, da es seit der Errichtung ständig erweitert wurde. Gefallen hat mir besonders deren Justitia, die den Menschen zur Stadt hin den Rücken kehrt. Das sagt schon einiges aus über die Historie der Iren.

Zwei Tagesausflüge habe ich auch unternommen, einen davon organisiert und der Klassiker schlechthin nach Glendalough; hat mir aber sehr gut gefallen, da die Gruppe relativ klein war, bunt gemischt und man tatsächlich viel Zeit hatte, alles zu erkunden.
Das andere war meine Tour auf eigene Faust mit der DART nach Howth, nordöstlich den Küstenstreifen entlang der Irischen See bis zum Endpunkt an dieser Halbinsel.
Die “Touri-Tour” ging nach Wicklow und Glendalough. Erstmal wurde eine kleine Dublintour gestartet, dann weiter der Südküste entlang, ein kurzer Aufenthalt am Haus von Dalkey, Bono, Enya und van Morrison gemacht. Der Frühstücksstopp war gut: frische Scones und anderes Gebackenes.
Kurz vor Mittag waren wir endlich in Glendalough. Von unserem waschechten, rothaarigen Iren wurden wir dann gleich aufgeklärt, dass das “Tal der zwei Seen” heißt und beim Durchwandern dieses Areals durften wir uns Zeit lassen. Die Klostersiedlung ist beeindruckend, vorallem der alles überragende Rundturm aus dem 11.Jhd., auch bekannt als Kevin’s Kitchen, da der Turm an einen Kamin erinnert. Die geführte Tour übers Gelände war wirklich spannend. Auch die vielen Grabsteine sind fesseln. Eine Kunst für sich, die sich oft vor meine Fotolinse schob. Kurz vor der Abfahrt gab es für jeden irischen Whisky, auch für den Busfahrer…
Die Rückfahrt führte uns durch die Wicklow Mountains mit seiner spektakulären Landschaft. Die Fotostopps waren großzügig bemessen. Die Fahrt über die Military Road von 1798 lässt auch jetzt noch keinen Iren kalt. Einst versteckten sich dort viele irische Rebellen und heute ist unter dem Asphalt dieser Straße ein Friedhof der gefallenen Feinde.

St Anne's Park©flickr/informatique

Den Ausflug nach Howth unternahm ich mit der Bahn. Dort angekommen ging es erstmal vom Bahnhof aus zum Hafen mit Leuchtturm und toller Aussicht auf Ireland’s Eye Insel. Der Kai ist auch lang, sodass sich ein Spaziergang lohnt. Die Wellen brechen dort recht stark; ein super Schauspiel. Dann gings weiter Richtung Zentrum. Dort steht noch das Gerippe einer uralten Kathedrale. Leider kann man nicht rein, aber wenigstens an einigen Stellen hinein blicken.
Gleich gegenüber auf einer Anhöhe gibt es ein weiteres altes Gemäuer mit großer Wiese. Von dort hat man einen guten Blick auf die alte Kathedrale, wie sie da so in mitten dieses kleinen Ortes steht und dominiert. Der Blick in die andere Richtung gilt wieder Ireland’s Eye und dem Hafen.
Mit dem Bus bin ich dann weiter bergan gefahren bis zu einer Endhaltestelle. Vor dort ging es Richtung Meer. Immer in Serpentinen dem Cliffwalk am Meer entlang. Nur ein paar Einheimische kamen mir entgegen. Die Ruhe nach dem Trubel der letzten Tage tat gut. Steil unter mir die doch recht wilde irische See. Den Endpunkt markierte ein moderner Leuchtturm. Von dort nahm ich die asphaltierte Straße bergan – eine gute Entscheidung, denn an deren Ende gab es ein nettes Pub mit einigen guten Gerichten. So kam ich an meinem vorletzten Tag zu einem richtigen Essen. Ich bin tatsächlich ohne flüssiges Brot (Guinness) satt geworden :O). Mit dem Bus gings zurück zum Bahnhof und wieder mit der Bahn nach Dublin.

Das Guinness Storehouse wird zwar von jedem Tourist besucht, aber wenn man es nicht tut, hat man auch nichts verpasst! Für den saftigen Eintritt gibt es zwar ein Pint dazu, aber das wirklich Tolle an dieser Attraktion ist eigentlich die Skybar am Ende der Tour.

Die Heimreise gestaltete sich abenteuerlich. Einerseits das frühe Aufstehen und Auschecken um 4 Uhr und die Fahrt zum Flughafen. Dort angekommen konnte ich den Menschenauflauf nicht begreifen. Während ich da so einige Minuten in die Richtung meines Schalters ging, irritierten mich die ordentlichen Reihen der Leute, die alle, aber auch alle, ihre Koffer dabei hatten. Und dann kam die gute Nachricht: kein Gepäckband funktioniert, Computerausfälle etc.
Irgendwie habe ich dann eine Automatenbordkarte organisiert und mit viel rumfragen und kämpfen und Leute finden, die auch auf meinen Flug gebucht sind, “nötigten” wir dann einen Bodenangestellten, sich um uns zu kümmern. Der nahm dann alle Koffer ohne Wiegen – so ein Glück aber auch bei meinem Übergepäck!!! – in Empfang und gab uns frei zur Security. Nach dem recht gründlichen Check hieß es dann zum Gate zu flitzen. Und Gott sei Dank bin ich nicht sparsam mit einem Billigflieger nach Irland, sondern mit Air Lingus. Da bekam jeder soviel richtig starken Schwarztee wie man brauchte zur Entspannung!

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