Mit dem Unimog auf den Krater des Ätnas

Diesen unglaublich aufregenden Ausflug starteten wir in Valletta/Malta. Wir setzten mit dem Hochgeschwindigkeitskatamaran über nach Pozzallo. Das war unsere erste Fahrt in einem solchen Gefährt. Wir nahmen ja gleich Platz um eine gute Sicht auf die Monitore zu haben, da ein guter Film laufen sollte. Die Überraschung kam dann gleich nach dem Abspann. Nur mal schnell so zur Toilette erwies sich als interessantes Unterfangen: während man im Sitzen keinerlei Bewegung fühlte, war das Gehen auf diesem Katamaran eine Kunst für sich. Man torkelte zur Toilette und wieder zurück und blieb dann brav sitzen bis zur Ankunft in Sizilien. Die Abfertigung dort, um zur Weiterfahrmöglichkeit zu gelangen, dauert etwas. Obwohl aus einem EU-Staat kommend und auf einem EU-Staat angekommen, sind die Kontrollen der Reisepapiere sehr gründlich und langwierig.

Aber dann war es soweit. Von dort aus ging es erst mal nach Catania. Der Stadtrundgang lohnt auf jeden Fall; wir haben zwar nur einige Monumente gesehen und die ausgegrabene alte Stadt besichtigt, den Markt besucht (dort auch gleich mit Foccacia eingedeckt) und einige Markengeschäfte besucht, aber empfanden diesen zweistündigen Aufenthalt sehr lohnenswert. Die Fahrt zum Ätna war sehr abwechslungsreich. Bilderbuchmäßig passierten wir malerische Dörfer und wechselnde Landschaften; viele dieser Abschnitte zeugten auch von Ausbrüchen des Ätnas vor nicht allzu langer Zeit. Wenn man es nicht selbst gesehen hat, kann man die Wucht der Folgen eines solchen Ausbruches gar nicht realisieren. Rechts und links der neu- bzw. wiederaufgebauten Straßen liegen halb verschüttet Häuser, aber andererseits sieht man auch den Reichtum, wenn die Landschaft sich wieder erholt. Alles frisch und voller Leben.

Bis zur Ankunft an der Talbahnstation bibberten wir, ob es möglich ist, noch höher als die auf 2500 m gelegene Station zu kommen. Das Wetter schlägt dort oben Kapriolen und ist ganz unabhängig vom Wetter im Tal; auch ändert es sich sehr schnell. Des Weiteren spielt auch die Aktivität des Vulkans eine Rolle. Da der Ätna erst einige Tage zuvor ausgebrochen war, war die ganze Situation unklar. Trotz allem mussten wie diese Reise unternehmen, denn die Belohnung eines solchen Erlebnisses steht in keiner Relation zum Aufwand.

Dort oben bekamen wir endlich positiven Bescheid: es klappt!!! Also haben wir uns die Tickets für die Unimogfahrt besorgt. Wir waren die einzigen in dieser neu gebildeten Gruppe, die so weise und vorausdenkend waren, lange Hosen zu tragen und auch eine Windjacke dabei zu haben und gutes Schuhwerk zu tragen ;-). Das Ausleihen dieser Kleidung ist fast so teuer wie das Ticket. Auch sind Trekkingsandalen nicht zu empfehlen! Der Boden ist stellenweise heiß und wenn man nur ein paar Zentimeter mit der Hand in den Schotter langt, lässt man ihn recht bald wieder fallen….
Die Fahrt mit dem Unimog war recht turbulent und die Luft dort oben ist sehr schwer zu atmen; der Schwefelgeruch an sich ist ja nicht schlimm, aber wenn man an irgendeiner Atemerkrankung leidet oder gerade erkältet war/ist, sollte man es sich überlegen. Unser Vulkanbergführer war recht gut des Englischen mächtig, so dass diese Führung wirklich interessant war.  Von dort oben hat man Aussicht auf  die imponierenden Zentral- und Südostkrater und auch die historischen und jungen Lavaströme kann man sehr nah bewundern. Eigenartig war allerdings der Aufenthalt in einem Bereich, von dem sich herausstellte, dass darunter ein erst vor kurzem verschüttetes Haus liegt.
Leider ging der Nachmittag am Rande des Kraters viel zu schnell vorbei. In der Talstation machten wir erst mal einen Spaziergang zu kleineren Kratern und ließen diesen Tag auf uns wirken. Die Rückfahrt nach Pozzallo verlief auf einer etwas anderen Route, so dass es auch auf dem Rückweg schönes zu sehen gab. Eine Brückenüberfahrt gewährte einen unglaublich weiten Blick ins Land. Das Einchecken auf den Katamaran dauerte leider genauso lange, aber die bequemen Sitze förderten das Schlafen zügig.

Alles in allem hat dieser eine Tag auf Sizilien Lust gemacht auf mehr; vor allem die vielfältigen Wander- und Radmöglichkeiten in der Umgebung des Ätnas haben es mir angetan, dort mal einen Aktivurlaub zu verbringen. Die Günstigtickets lassen einen das hoffentlich in naher Zukunft einfach mal machen. Auch soll das Skifahren dort einen besonderen Reiz haben.

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