Besuch der Freiheitsstatue mit Aufstieg zur Krone (Crown visit)

Eines unserer New York Tagesziele war der Besuch der Miss Liberty inklusive dem Aufstieg zur Krone. Nachdem ja nur sehr wenige Tickets pro Tag dafür zur Verfügung stehen, empfiehlt es sich, recht weit im Voraus zu buchen. Der Aufpreis ist gering, die Chancen allerdings auch.

Endlich war es soweit! Nachdem wir ja schon einiges besichtigt haben in den letzten fünf Tagen, ging es früh morgens mit der Subway zum Battery Park. Dort standen wir erst mal Schlange am Ticketschalter. Mit der online-Bestätigung wurden uns dann die Tickets gegeben. Da wir genügend Zeit eingeplant hatten wegen der Sicherheitsprüfungen, bevor man überhaupt auf seine Fähre gelangt, blieb uns nach dem raschen Erhalt Zeit, um in einen nahe gelegenen Starbucks zu frühstücken. Dort unterhielten wir uns auch mitleidig über die armen, teils amerikanischen Touristen, die nicht solch ein Glück hatten, mehr als 300 Treppenstufen steigen zu dürfen, um den grandiosen Blick von der Krone aus zu erleben.

Krone©Yvonne Heldic

Nur so zum Scherz, aber auch zu unserem Glück, überlegten wir uns, für wieviel Geld wir unsere Tickets denn abgeben würden….und betrachteten da so das Ticket, um festzustellen, dass unsere Namen ja eingedruckt waren. Ein Geistesblitz, ob wir denn ohne Identifikation damit weiterkommen, auch wenn wir es ohne jegliche Identifikation ausgehändigt bekamen. Schnell ausgetrunken und zurück zu Ticketschalter; mal dezent mit “ganz wichtig und eilig” recht deutsch vorgedrängelt und dann auf ganz genaues fragen, endlich ein “oh, well, yes, didn’t I mention before?” von der Angestellten zu erhalten.

Panik erfasste uns bei dem Blick auf die Uhr – 35 Minuten bis zur Abfahrt der Fähre. Unsere Fotokreditkarten sind zwar das angegebende Mittel gewesen, die Tickets zu erhalten, aber nicht genug, um an Bord zu gelangen. Echt super, diese genauen Hinweise, nach denen man fragen muss. Die Zeit drängte, also sprinteten wir wie verrückt durch den Battery Park zur Straße, um ein Taxi zu ergattern. Gar nicht so einfach zur rushhour, aber zwei Hartnäckige ohne Zeit schoben sich einfach in die Straße. In Rekordzeit zu unserem Hotel in der Nähe des Times Square gebracht, flitzten wir los zum Lift und mussten warten. Ein Treppenmarsch in den 32. Stock war undenkbar! Dann endlich hatten wir unsere Pässe, stürmten wir auch schon zurück auf die Straße. Ein freies Taxi war weit und breit nicht zu sehen. Einige ungehobelte Vordrängeleien wie in einem amerikanischen Film war unser Auftreten entsprechend, um ein Taxi zu erobern. Der Fahrer gab dann auch mächtig Gas, um uns so nahe wie möglich am Battery Park rauszulassen. Nochmals 15 $ losgeworden, sprinteten wir direkt zur Fähre und war die letzten in der Reihe. Die Überfahrt dauerte wenigstens so lange, dass wir uns wieder beruhigen konnten.

Auf dem Stern angekommen, konnten wir schon wieder ein bisschen lachen. Wir mussten dort verschiedene Kennungen abholen, da wir ja auch Crown Visitors waren. Entgegen der Hinweise auf deren Homepage konnte man nicht mal ein Minitäschchen mit haben auf dem Weg zur Krone. Also hieß es, alles Wichtige in den Hosentaschen zu verstauen. Und dann kam die härteste Entscheidung: meine wertvolle teuere Kamera ohne jeden Schutz mitnehmen oder einsperren und nur die Kleine mitnehmen?!?! Während des zweimaligen Schlangestehens dort für die endgültige Sicherheitsprüfung hatte ich 15 min. Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Auch der Balkon, der eine tolle Höhe hat fürs Fotografieren, war nicht wieder zu besteigen. Schweren Herzens entschied ich mich für die kleine Kamera; vor allem beim Betrachten, welch alte Leute da in unserer Aufstiegsgruppe waren. So stabil sahen die nicht aus, und ein Rempler von denen…Es gibt genügend Schließfächer, um seine Sachen zu verstauen; natürlich mit Fingerabdruck zu bedienen.

Wendeltreppe©Yvonne Heldic

Im Fuße der Miss Liberty angekommen, trugen wir uns erst mal in die Liste für den Aufstieg ein. Der Haufen Senioren weckte zwiespältige Gefühle in uns: hoffentlich klappt keiner zusammen, denn es gibt ja nur eine Wendeltreppe; hoffentlich passen die Beleibteren durch. Denn rechts und links von den Stufen sind unflexibler Wände. Und dann war da eine ganz anderer elementare Sorge: hoffentlich machen wir nicht eher schlapp als die alten Herrschaften; das wäre wirklich peinlich!

Der Aufstieg ging ohne gedrängt zu werden gemütlich nach oben; es blieb genug Zeit, um die Innenseite der kupfernen Freiheitsstatue zu bestaunen. Auch von innen mit all den Streben und Nietungen ein schöner Anblick.
Wir hatten übrigens um die 100 extra Treppenstufen zu erklimmen, da der Lift zum Sockel außer Betrieb war. Wenn’s dicke kommt, dann halt richtig.

In der Krone angekommen zu sein, war wirklich den Aufstieg wert. Ein unglaubliches Gefühl dort oben zu sein. Der Blick aus den Fenstern ist zwar hauptsächlich gen Ozean gerichtet, aber man auch einiges von der Skyline sehen. Aber für mich war die Nähe zur Außenhülle der Freiheitsstatue interessanter. So nah an ihrer Fackel oder auch dem Arm mit Buch zu sein. Alles so genau in Augenschein zu nehmen, hatte schon was. Auch konnte man durch einige nach unten gekippte Fensterluken tolle Fotos schießen.

Blick von der Krone©Yvonne Heldic

Die Aufenthaltszeit dort oben ist eigentlich nicht limitiert. Man kann sich alles in Ruhe anschauen, bestaunen und fotografieren.
Nach etwa einer halben Stunde ging es dann wieder treppab. Dann genossen wir auf den Sockelbalkon die tollen Ausblicke in jede Richtung. Erst dann fing unser Foto-shooting an. Schade war‘s es dann doch, nur die kleine Kamera zu haben.

Zurück am Schließfach durfte ich feststellen, das es nicht kostenlos ist und zeitliche Beschränkungen hat. Also erst mal ein paar $  von Touristen geliehen, die auf ein freies Fach warteten. Gleich nach der Leerung habe ich zurückgezahlt und die hatten dann ein Fach. Wenn man es nicht so praktisch lösen kann, muss man zur Security, die dann aufsperren und dort zahlen. So geht es aber unkomplizierter.

Der Bummel um die Statue herum ist recht menschengedrängt. Die Insel mit Freiheitsstatue ist ein Nationalpark, deswegen setzten viel Leute einfach so über mit der Fähre. Das gilt ja als Stadtausflug und Spaziergang.
Deswegen hielten wir uns eine Etage höher auf. Dort waren wir so frech, einfach auf dem breiten Steinsims zu klettern, um coole Fotos der Freiheitsstatue zu machen ohne allzu viele fallende Linien.
Obligatorisch machten wir natürlich auch unten die Runde.

Am Sockel©Yvonne Heldic

Als Abschluss setzten wir dann über nach Ellis Island. Dort herrschte so ein grauenhaftes Gedränge von Menschen, die alle auf der Suche nach irgendwelchen Vorfahren waren. Also reihten wir uns gleich wieder in die Schlange zur Abfahrt ein.

Die Rückfahrt kann man sehr genießen. Der Blick auf die noch ganz nahe Freiheitsstatue, bei uns natürlich immer mit Blick zur Krone, konnte man recht lange genießen. Dann heißt es sich um zusetzten, um die immer näher kommende Skyline zu genießen. Da auch der Sonnenuntergang einsetzte, war es gerade zu unmöglich, nicht ständig auf den Auslöser zu drücken, um das Farbenspiel zu dokumentieren.

Alles in allem, war es ein sehr gelungener Tag. Die Freiheitsstatue ist eigentlich das Highlight. So schön das Rockefeller Center oder das Empire State Building auch sind, so beeindruckend ist dieser historische Ort mit Miss Liberty. Selbst mal zu sehen, was so viel Menschen nach einer strapaziösen Reise von langer Zeit als erstes sahen, ist schon bewegend.

Von New York zu den Niagara Wasserfällen und zurück

Ein weiterer lohnender Tagesauflug während unseres New York Aufenthaltes. Dieser war nicht spontan entschieden wie mit “Amtrak nach Washington”, sondern vorab in Deutschland gebucht. Schon beim Planen mit Internet-Informationen u.ä. wurde mir klar, das mein zweiter Niagara Wasserfall Besuch ganz anders sein würde als der erste Anfang der 90er Jahre. In gewisser Weise kommerzieller, aber auch organisierter vor Ort.
Flugtickets habe ich hier gebucht; Auswahl gab es viel, aber einen Flug mit den passenden Zeiten zu finden, um den einzigen Expressbus-Anschluss zu schaffen am Flughafen von Buffalo, war schon eine Leistung. Die typischen Touristentransfers waren fast so teuer wie das Flugticket und auch der zeitliche Rahmen dadurch verkürzt. Nach unzähligen Forschungsarbeiten nach öffentlicher Verbindung bin ich endlich auf diesen Expressbus gestoßen.

Niagara©Yvonne Heldic

Mit einem der ersten Flüge nach Buffalo ab La Guardia Airport in Queens war die Nacht recht kurz nach der Rückkehr aus Washington. Aber die Vorfreude nach dem Weckerläuten setzte recht schnell ein. Mit dem Taxi ging es durch die leeren Straßen Manhattans und Queens. Auch am La Guardia Airport war es recht ruhig, so dass der Flug pünktlich startete. Unabdingbar, da wir nach der Landung gerade mal 10 Minuten hatten, um den Bus zu erreichen.
So pünktlich wir auch aus dem Propellerflieger kamen, mussten wir trotzdem einen Wahnsinns-Sprint hinlegen quer durch den Flughafen. Die uns zugeworfenen Blicke waren interessant, aber das gefürchtete “Halt” von irgendeiner Sicherheitskraft blieb zum Glück aus. Völlig außer Atem kamen wir endlich an der Haltestelle an. Der Bus fuhr auf die Minute ab und das Geld für das sehr günstige Rundticket musste exakt abgezählt sein. Überzahlung natürlich gestattet. Die Ausschilderung war nicht gut, so dass der zuvor “studierte” online-Lageplan des Flughafens sehr nützlich war zur Orientierung.
Nach knapp 45 Minuten waren wir am Rainbow Blvd. Einige Schritte nach links und schon war man auf dem Parkgelände des ältesten Nationalparks Amerikas und konnte über verschiedene Wege zum Visitor Center gelangen oder auch gleich zu den Kassenhäuschen, um zur Observation Brigde/Tower zu gelangen. Gleich anstellen empfiehlt sich, da kurz danach die Reisebusladungen anmarschieren. Leider hat sich nicht bei allen Touristen rumgesprochen, dass korrektes Schlangestehen Gesetz ist in Amerika. So mach einer flog aus der Reihe nach ganz hinten, so mach einer aber auch aus dem Park, der die Strecke zum Abfalleimer als zu anstrengend betrachtete. Betrachten durften diese dann die Wasserfälle von der Uferstraße aus. Ist auch so in Ordnung.

Während des nächsten Anstehens für die Aufzugfahrt hinunter zu den “Maid of the Mist” Booten, zogen wir uns gleich richtig an. Die ausgegebenen Regencapes sind eine schöne Dekor, aber fast nutzlos. Also Regenhose über die Hose, Regenjacke an, Kragen schließen und den blauen Plastikkittel drüber. Perfekt gewappnet ist man allerdings erst mit einer wasserdichten Kamera; denn sobald man sich im letzten Drittel an den kanadischen Horseshoe Wasserfällen befindet, ist die Gischt überall. Somit war mein Spontaneinkauf einer wasserdichten Kamera eine gute Entscheidung 3 Tage vor der Abreise;-). Zum Glück ist bei Amazon die Expresszustellung recht günstig.
Das Boot war voll, aber trotzdem ergatterten wir einen Platz ganz vorne. Nass wird man irgendwie überall, also war der Relingplatz gut. Eine Hand hatte was zum Festhalten, die andere knipste drauflos. Die Fahrt dauerte so zwanzig Minuten, aber ließ einem ausreichend Zeit, um beide Wasserfälle zu bestaunen. So nah dran zu sein an der Kraft des Wassers ist schon beeindruckend. Der ohrenbetäubende Lärm ist nicht nur auf dem Boot unglaublich; auch an Land ist der Geräuschpegel recht hoch. Wieder angekommen ging es erst mal in eine ruhige Ecke, um sich um zuziehen. Dann auf das obere Deck der Observation Brücke (rund 98 Meter), um die tolle Aussicht zu genießen und grinsend den neuen, trockenen Touristen beim Auslaufen der 150 Jahre alten Booten zu zusehen. Dadurch, dass die Observation Bridge so weit in den Fluss hineinreicht, kann man wunderbar alles in jeder Richtung überblicken.

Amish©Yvonne Heldic

Weiter ging es den Fluss Niagara entlang zu einer Fußgängerbrücke, die auf Goat Island führt, um zum Eingang der “Cave of the Winds” als Startpunkt zu den Hurrican Decks zu gelangen. Interessant wurde das Publikum, als wir die ersten Amish entdeckten, die nicht nur in dieser weltlichen Umgebung deplaziert wirkten in ihrer althergebrachten Bekleidung, sondern noch mehr auffielen, weil sie sich anscheinend sehr für Fotografie interessierten. Die neuesten digitalen Kameras waren da zu entdecken. Wobei solch ein unglaubliches, spektakuläres Erlebnis wie diese Wasserfälle natürlich auf Bild gebannt sein muss.
Nach dem Erhalt eines jetzt gelben Regencapes und Sandalen ging es wieder ans Umziehen. Leider gibt es keine verschließbaren Einrichtungen, so dass man seine Schuhe in den Rucksack packen muss, wenn man sie nicht einfach so da stehen lassen möchte. Den Rucksack dann unter das enge Cape kriegen, geht nicht ohne Hilfe. Wieder im üblichen Regenoutfit mit nackten Füßen in Sandalen ging es dann runter an das Ufer.

Aufstieg zum Hurricane Deck©Yvonne Heldic

Von dort gibt es dann versetzt aufsteigende Holztreppen mit Halteterrassen in unterschiedlicher Höhe. Unser Ziel war natürlich das Hurrican Deck, das seinen Namen zu Recht trägt. Viele geben schon vorher auf, aber eigentlich ist man nach der ersten Terrasse schon nass, so dass man sich dieses einmalige Erlebnis auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Nach dem zweiten Deck wurde es dann schon heftig. Meine Freundin musste sich von den Kontaktlinsen kontrolliert trennen, denn man hat wirklich Wasser in den Augen. Meine Brille musste ich auch verstauen, denn blind läuft es sich da nicht sicher in dieser Wasserwand. Und wenn das Wasser mit Wucht runterkommt und die Augäpfel trifft, ist das wirklich unangenehm. Aber umkehren kam nicht in Frage!

Und endlich waren wir oben angekommen!! Absolut fantastisch, diese Energie von Wasser zu erleben, mittendrin zu stehen. Das laute Tosen und der Wasserdampf sind grandios. Wie konnte es nur so (todes-)mutige Menschen geben, die in allen möglichen Gefährten diese Wasserfälle bezwingen wollten??!! Schon so nahe da nur zu stehen ist aufregend genug. Lange kann man das Schauspiel nicht genießen, da immer wieder Ausreißer in den Wassermassen waren, die das Deck mit voller Wucht trafen. Zurück im Park mit Blick von oben auf das Treppenbollwerk, zogen wir uns um…und durften feststellen, dass die Hosenbeine doch nass geworden sind und auch die Ärmel nicht verschont waren. Zum Glück kam die Sonne raus, so dass unsere Sachen bald trocken waren. Bei den tropfnassen anderen Touristen durfte man Mitleid haben, denn es gibt noch einige Anlaufpunkte an den Niagara Wasserfällen, die man gesehen haben muss und so nass kann das nicht Spaß machen. Auch hier war die wasserdichte Kamera unverzichtbar!

Hurricane Deck©Yvonne Heldic

Nach einem kurzen Aufwärmstopp gingen wir dann zum Grenzübergang nach Kanada über die lange Rainbow Bridge. Nicht umsonst so benannt, da man von dort aus sehr oft einen Regenbogen sehen kann. Am kanadischen Grenzposten baten wir um einen Stempel im Pass; automatisch bekommt man diesen anscheinend nicht mehr.
Die kanadische Seite ist von Amerika aus nicht sehenswert, da sie zugebaut ist mit Kasinos und Hotels. Nichts passt zusammen, aber was soll’s; jetzt lag das in unserem Rücken und wir konnten direkt am Hochufer entlang laufen bis zu den Horseshoefällen. Ein wunderbarer Spaziergang, den man aber zügig gehen sollte, denn den 17 Uhr-Bus muss man definitiv erwischen für den letzten Flug nach New York. Das Duty free ist gut sortiert, aber wirklich günstig ist nur Alkohol. Wie die Einfuhrbestimmungen gleich ein paar Meter weiter bei den Amerikanern sind, weiß ich nicht. So ohne Einkäufe waren wir auch gleich durch diesen Grenzpunkt . Jede Seite will allerdings ein paar coins Brückengebühr haben.

Die Aussicht auf die Seite der USA ist ein Traum. Nur in der Ferne sind ein paar höhere Gebäude zu sehen, aber nichts trübt wirklich den Blick auf die Wasserfälle. Da ja auch gerade der Indian Summer Einzug hielt, war das Fotografieren ein Tolles. Ganz kurz konnte man einen der berühmten Regenbogen sehen, aber es war sehr schnell vorbei, so dass ich nicht mal einen Schnappschuss machen konnte.

Niagara Wasserfälle©Yvonne Heldic

Der kleine Flughafen Buffalo verabschiedete uns pünktlich, sodass wir wie geplant gegen zehn Uhr abends wieder in La Guardia eintrafen. Mit dem Taxi ging es dann zurück Richtung Times Square. Die Taxifahrt war die Beste der vielen, die wir machen. Wie aus einem Film hatten wir einen indischen Taxifahrer, der auch den so typischen Akzent hatte beim Englisch reden. Er redete wie ein Wasserfall, blickte ständig zu uns nach hinten und raste mit über 100 km/h durch Queens, Astoria und einige Straßenzüge, die ich gemieden hätte. Der brachte uns in Rekordzeit zum Hotel und um einiges günstiger, da er die Tunnels mied. Ob der sich in Manhattan auch so auskennt, bezweifle ich, aber die Gebiete drumherum sind wohl sein Zuhause.
Alles in allem ein gelungener Tag. Man muss wirklich zu keinem Zeitpunkt überteuerte Arrangements buchen, die auch weniger Aufenthalt bieten, um die Niagara Wasserfälle zu sehen. Auch mit dem günstigen Greyhound verliert man einige Stunden. Fliegen und Bus sind die beste Kombination.

Die New York Tagesberichte werde ich im April einstellen. Bis dann….

Tagesausflug nach Washington mit Amtrak

Nicht das uns in New York langweilig war, aber die Gelegenheit, die Hauptstadt der USA zu sehen, wollten wir uns nicht entgehen lassen. Da wir keine Hotelnacht doppelt zahlen wollten, kam eigentlich nur ein Tagestrip in Frage. Fliegen war eigentlich gleich keine Option, da der Zeitverlust mit Hinkommen, Sicherheitschecks u.ä. zu hoch war. Greyhound war nach genauerem Erfragen auch nicht das Wahre, obwohl wir gleich am Port Authority gewohnt haben. Die Fahrzeit ist recht lang, da es nicht nur Zwischenstopps gibt, sondern auch auf Umsteiger gewartet werden muss. Der Preis mit fast 100 $ für die Strecken, ohne dass man sicher sein kann, auch in dem gewählten Bus zu sitzen, ließen diese Idee auch gleich fallen. Automieten war kein Thema, denn das hätte man von Deutschland aus wesentlich günstiger machen können und außerdem war ja schon der Hudson River Valley – Trip per Auto geplant. Also ging es spät abends mal schnell zur Penn Station. Riesig ist dieser Bahnhof, sodass wir uns erst mal orientieren mussten, wo die überregionalen Züge abfahren. Dann hieß es erst mal Schlange stehen….als wir dann endlich die Informationen hatten (umgerechnet ca. 160 €) und die Tickets kaufen wollten, hieß es, nur mit Pass und wenn nicht bar gezahlt wird, muss der Kreditkartenzahler, der für die andere Person zahlt, noch ein extra Formblatt ausfüllen. Oh, wie nervig…also verschoben wir den Kauf auf den nächsten Tag. Dieser Sicherheitswahnsinn kann einen Touristen ganz schön in den Wahnsinn treiben!!

Unser Zug verließ gegen 6 Uhr die Penn Station Richtung Westen der USA; eine Stationen auf dem Weg nach DC war Philadelphia (hat auch eine ganz tolle Skyline!), dass einen sehr einladenden Eindruck hinterlassen hatte. Ganz bestimmt werde ich diese Stadt und Boston besuchen, wenn wir das nächste Mal New York unsicher machen.
Als wir in Washington.DC ankamen, genossen wir erst mal das Flair dieses wunderschönen Bahnhofes. Sobald man den Gleisbereich hinter sich lässt, fühlt man sich in alte Zeiten versetzt. Überall blankpoliertes Holz, kleine Läden, Deckenbögen und Säulen. Dort frühstückten wir auch auf. Nach einem kurzen Blick in den Stadtplan wussten wir, das Amtrak die beste Entscheidung war. Den Bahnhof durch den Vordereingang verlassen und immer geradeaus und schon steht man vor dem Kapitol. Einfacher ging’s wirklich nicht und wir konnten so auch unseren Zeitaufwand für den Rückweg ermitteln.

Natürlich wollten wir eine Kapitolführung, also auf ging es zum Schlange stehen: Sicherheitscheck mit Taschenkontrolle, dann mit Röntgen der Taschen 😉 und dann endlich rein ins Gebäude. Es ist sehr weitläufig, so dass die Touristenmassen einen nicht gleich erschlagen. Überall steht Info-Personal, dass einen eigentlich gleich mal abfängt; aber davon bitte nicht erschrecken lassen, denn wenn man die amerikanische Freundlichkeit richtig erwidern kann, kann man schon mal seine Wunschzeit bekommen für eine Tour. Wir wählten eine der letzten Touren, so das wir Washington-sightseeing vom anderen Ende starten konnten.

The White House©flickr/Scott Ableman

Mit dem Taxi ging es am schnellsten und auch recht günstig nach Georgetown. Ganz lieblich, anders kann man es nicht nennen; man fühlt sich sofort wohl und der Spaziergang am Potomac war toll. Für amerikanische Verhältnisse kleine Malls bestimmen das Einkaufen dort; sehr angenehm und jeder wird fündig. Ein kleines Mittagessen war noch drin, bevor wir aufbrachen zum Weißen Haus.
Tja, da steht es so nah und doch so fern, wenn man am Außenzaun steht. Auch jederzeit vertrieben zu werden, weil jemand aus der Tiefgarage rein oder raus muss, war nicht so berauschend. Aber als dann endlich Ruhe einkehrte (so für 5 Minuten) konnte man nicht nur das Weiße Haus auf sich wirken lassen, sich davor fotografieren lassen, sondern auch die wunderbare Symmetrie dieses Areals bewundern. Washington DC ist wirklich auf dem Reißbrett entstanden und genau umgesetzt worden.

Washington, DC©flickr/humbertomoreno

Dann ging es weiter zum Obelisk; leider gab es keine Resttagestickets. Das war wirklich ein Depressionsauslöser; das war der Moment in dem feststand, dass ich nie wieder ohne Internetphone oder Netbook in den Urlaub fahre. Hätten ja bloß ein paar Tage zuvor uns anmelden müssen, um eines zu ergattern. Dieser Kommentar war zwar mitfühlend gemeint, aber traf dennoch mitten ins Herz und hilft Spontanentscheidern auch nicht wirklich.
Da standen wir also an diesem sehr, sehr hohen Obelisk, der die perfekte Sicht auf diese Stadt bieten würde. Ganze 169,3 Meter hoch mit einer Basis von knapp 17 Metern ist es eines der imposantesten Obeliske der Welt. Es bildet die Achse mit dem Weißen Haus und dem Jefferson Memorial und liegt auf der Geraden zwischen dem Lincoln Memorial und dem Captiol State Building.
Dann spazierten wir zum Lincoln Reflecting Pool. Davor stoppten wir noch am World War II Memorial. Viele Fontänen und weißer Stein mit den jeweiligen Staaten und Kontinenten verzierten den ovalen Außenbereich, eine Art Torbogen symbolisierten den Pazifik und den Atlantik und auch eine riesige Wand mit den “Stars”, einer Unmenge davon, zum Frieden mahnend.

Jetzt dränge aber die Zeit für die Kapitolführung; da der Andrang bei der Sicherheit nicht abzuschätzen ist, schnappten wir uns das nächste Taxi und fuhren zum passenden Eingang. Das Warten dauerte viel länger als morgens, obwohl es nicht weniger Leute waren, aber leider mehr Teenies. Kein Benehmen, vordrängeln, was den Aufpassern nicht entging und zu Debatten führte. Dann die Diskussionen mit den Flüssigkeiten da zulassen. Oft entschied sich einer aus deren Gruppe halt zu bleiben und aufzupassen. Das wiederum gefiel den Aufpassern auch nicht: “nur eigenes ist ungefährlich aufzubewahren”. Da kann man schon verzweifeln, wenn die eigene Tour nur noch 12 Minuten entfernt ist. Generell kann man sagen, das mit keiner Sicherheitskraft in DC gut Kirschen essen ist; allesamt unfreundlich und frustriert. Das war in NY ganz anders. Immer ein Lächeln und freundlich und hilfsbereit.
Endlich drin und in der richtigen Reihe; oft fühlten wir uns im falschen Zeitalter, denn die Amish sind anscheinend sehr kulturell interessiert. Da standen wir nun zwischen Spitzenhäubchen, Sackkleidern und Wanderstiefeln. Das war schon was, so aus der Nähe mal genau hinschauen und hinhören zu dürfen.
Das Kapitol ist fantastisch! Die vielen Details an Wänden und Decken kann man gar nicht alle sehen und bestaunen, wenn man gleichzeitig dem interessanten Vortrag folgen möchte. Eine rundum gelungene Führung und der abschließende Besuch im Senat und Representative House war eine Überraschung, da tatsächlich getagt wurde und gerade eine hitzige Diskussion im Gange war bzgl. der Gesundheitsreform.
Wir trödelten extra kurz vor dem Schließen, damit wir das Kapitol menschenleer fotografieren konnten. Wir waren nämlich wirklich scharf drauf, jeweils ein Foto von uns zu haben vor den Senats- bzw. Representativtüren. Es hat geklappt:-)

Wir hatten genügend Zeit, um zu unserem Abendzug zu gelangen, also kehrten wir in ein Cafe im Bahnhofsgebäude ein. Es ist wirklich einen zweiten Blick wert. Nach dem Warten in der Lounge, den Ticketprüfen und dem Drängeln um Zug (Platzreservierungen gibt’s leider nicht/Drängeln können wir Deutsche aber recht gut), saßen wir endlich auf guten Plätzen und ließen den Tag Revue passieren.
Zugfahren mit Amtrak ist sehr gemütlich; viel Beinfreiheit und große Sitze. Kurz vor Mitternacht waren wir zurück in unserm Hotel. Dann hieß es, gleich ins Bett, pünktlich aus den Federn und alles zusammenpacken für einen Flug nach Buffalo, um die Niagara Wasserfälle einen Tag lang zu genießen! (Diesen Bericht stelle ich gegen Ende März ein)

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